4x20 Watt Cob LED

Hier werden Fragen zu LED-Grundlagen beantwortet...

Moderator: T.Hoffmann

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macis02
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Sa, 28.05.16, 13:57

Hallo zusammen, ich bin neu hier im Board und habe einen ganzen Haufen Fragen an euch :D


Ich plane ein Projekt wofür ich 4x20 Watt Cob LEDs verbauen möchte.


Die Daten der LED lauten:
Durchlassspannung: 30 - 36 V
Vorwärtsstrom: 700mA



Als Treiber würde ich eine KSQ Verwenden, allerdings habe ich mit dem Thema LED etc. noch nie wirklich beschäftigt und es kommen ein paar Fragen auf mich zu.

Angenommen ich betreibe die 4 LEDs in Reihe, dann bräuchte ich theoretisch 120 Volt wenn man bei einer Betriebsspannung von 30 Volt ausgeht, korrekt?
Angenommen ich betreibe die 4 LEDs in einer Mischschaltung (2 in reihe; die reihen parallel), dann bräuchte ich 60 Volt und mind. 1,4 A, korrekt?
Bei 4 LEDs Parallel bräuchte ich 30 Volt und 2,8A?

Um eine gefährliche Spannung zu vermeiden würde ich dann der Parallelschaltung tendieren, sprich max. 36 Volt und mind. 2,8 Ampere.

Vorwiderstände dienen ja dazu um den Stromfluss zu regulieren, da ich eine KSQ verwenden möchte fällt das ja dann weg.

Nun gibt es zum Beispiel folgende KSQ:
DC 24 - 36 Volt
3000mA +- 5%

Nun frage ich mich wie die Ausgangsspannung beeinflussen kann. Meine LEDs werden bei 24 Volt vermutlich noch nicht die hellsten sein. Wie ist es möglich dort eine gesunde Spannung für die LED einzustellen, oder pendelt sich die Spannung selber ein?

Netzteile sollte man nie unter Volllast länger laufen lassen, also sollte ich eher zu einem KSQ > 120 W tendieren. Gilt das nur für Netzteile oder sind KSQ auch davon betroffen? Doch wie könnte ich den Strom begrenzen wenn mein KSQ beispielsweiße 4 Ampere liefert ich aber nur 2,8 benötige? Ein Vorwiderstand? Dann kann ich doch gleich zum günstigeren Netzteil greifen?


Wie ihr seht habe ich viele Fragen.

Ich fasse mein eigentliches Ziel nochmal kurz zusammen: Es soll möglich sein 4x20 Watt COB LEDs (30 - 36V; 700mA) möglichst günstig mit einer konstanten Spannung bzw. Strom zu versorgen.
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L4M4
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Sa, 28.05.16, 15:36

Hi!

Dass du dich damit " noch nie wirklich beschäftigt" hast, merkt man :D

LEDs betreibt man mit Konstandstrom - und idealerweise nicht parallel.
Ideal wären also 4 700mA 30-36V Konstantstromquellen oder eine mit 700mA und über 120V, wie du schon schrobst.

Du musst die Ausgangsspannung nicht einstellen - das macht die Konstantstromquelle alleine - eben in dem angegebenen Spannungsbereich.

Auf die Schnelle hab ich nur das hier gefunden:
2* http://www.ebay.de/itm/191697112392 (53,98€)
4* http://tinyurl.com/z6myauc (51,60€)

Recht viel billiger wäre (u.U. unsichere) Chinaware auch nicht.

Darf man fragen, was das für ein Projekt wird?
Eventuell gibt es insgesamt billigere Alternativen mit einfachen 12V Netzteilen :P
macis02
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Sa, 28.05.16, 16:08

Okay, ich danke dir schon mal für die Antworten die haben mich um einiges weitergebracht.

Wenn ich den 36-70 Volt Trafo benutze, müsste ich zwei LEDs in reihe Schalten und hätte dann vermutlich ca. 34 - 35 Volt und 700 mA an jeder LED anliegen.

Die LEDs die ich in Aussicht habe sind ja für 30 - 36 Volt und 700 mA, wenn sie wie beschrieben bei 35 Volt und 700 mA arbeiten, ist das ja auch schon ziemlich an der Maximalgrenze, hat das wiederum starke Auswirkungen auf ihre Effizienz (lm/W) oder die Lebensdauer?

Mit einem 12 Volt Netzteil könnte ich allerdings nur Arbeiten wenn ich mir LEDs aussuche die Weit weniger als 12 Volt haben und dann wird es schon wieder so viel Verdrahtungsaufwand bis ich an die 100 Watt komme.

Ich plane eine Beleuchtung für exotische Pflanzen, die bekommen einfach viel zu wenig Licht ab und das ständige rein und heraustragen nervt allmählich.
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Achim H
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Sa, 28.05.16, 16:21

Mit einem 12 Volt Netzteil könnte ich allerdings nur Arbeiten wenn ich mir LEDs aussuche die Weit weniger als 12 Volt haben

Musst Du nicht.
Es gibt auch aufwärts-wandelnde Konstantstromquellen wie das Meanwell LDH-45A.

Eingangsspannung: 9-18V
Ausgangsspannungsbereich @ Strom:
12-86V @ 350mA,
12-86V @ 500mA,
12-64V @ 700mA,
12-43V @ 1050mA.

Je nach Strom reicht das für 1 oder für 2 Leds.

Ist allerdings etwas blöde, zuerst die Spannung runter zu transformieren, nur um diese anschließend wieder hoch zu transformieren.
Das sind 2 Umwandlungsprozesse. Die Wirkungsgrade beider Geräte (Netzgerät + Konstantstromquelle) werden miteinander multipliziert und dieser ist meist schlechter als eine netzbetriebene KSQ, die nur einmal wandeln muss.
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Sa, 28.05.16, 16:52

Hi!

Die 4*20W lasen sich für mich wie eine Tischbeleuchtung - und die hätte man mit 50cm Alustripes die auf 12 oder 24V laufen besser hinbekommen, daher der Gedankengang 8)
Wenn ich den 36-70 Volt Trafo benutze, müsste ich zwei LEDs in reihe Schalten und hätte dann vermutlich ca. 34 - 35 Volt und 700 mA an jeder LED anliegen.
Eine Konstantstromquelle (KSQ) ist kein Trafo (!!!)
Eine KSQ hat einen bestimmten Strombereich in dem sie die genannten Ampere liefern kann - in dem Falle der Eaglerise KSQ sind das eben 36-70V.
Wenn der Hersteller eine KSQ so spezifiziert, dann heist das, dass die KSQ das spielend mitmacht.
Ein 12V 8A Netzteil brennt ja auch nicht bei 8,001A Belastung ab, da ist noch ein wenig Luft nach oben.

Ich persönlich würde auf die 4 Einzelnen zurückgreifen - damit bist du flexibler (und billiger) dran, wenn du irgendwann mal nurnoch 3 Lampen brauchst z.B.

Sind das dann 4*20W Grow-LEDs? ODer weiße?
macis02
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Sa, 28.05.16, 17:58

Bei den 4*20Watt LEDs handelt es sich um Grow LEDs, also COBs mit 9 chips (8x660nm und 1x460nm).

Gut dann ist der Unterschied mit der Belastbarkeit auch schon mal geklärt.

Bei Netzteilen ist ja das Problem, dass man sie im Dauerbetrieb auf max. 80% der Leistung laufen lassen sollte (so habe ich das noch gelernt), da sonst die Netzteile extrem heiß werden und die Betriebsstunden wieder ziemlich in den Keller gehen (zumindest bei nicht High Quality Netzteilen).

Aber bei KSQ ist das ja dann anders.


Ich tendiere auch eher zu den 4 Einzelnen, der Punkt Flexibilität ist einfach zu wichtig, man weiß wie was man in der Zukunft braucht.


Okay Super, ich denke nun sind alle Fragen geklärt. Ich danke euch recht herzlich! :)
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Sa, 28.05.16, 18:47

Ich sehe nicht ganz, wo das Problem ist. Mit einem HVGC-100-700A (https://www.elpro.org/de/100-watt-ip65- ... -700a.html) kann man alle 4 COBs in Reihe betreiben.
Der Ausgang ist galvanisch vom Netz getrennt. Gefährlich wirds also nur, wenn man beide Ausgangsleitungen gleichzeitig berührt. Da einen entsprechenden Berührungsschutz vorzusehen sollte ja wohl kein Problem darstellen.
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L4M4 hat geschrieben:Eine Konstantstromquelle (KSQ) ist kein Trafo (!!!)

Eine netzbetriebene Konstantstromquelle ist selbstverständlich auch ein Trafo. In ca. 99% aller angebotenen KSQs ist ein Ferrittransformator eingebaut, um eine Spannung zu transformieren. Erst am Ausgang des Ferrittransformator wird die Spannung in einen Strom umgesetzt. Es gibt allerdings auch Konstantstromquellen ohne Ferrittransformator, meist niedrigere Leistung --> wahrscheinlich ist die Lumitronix Konstantstromquelle so eine.
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L4M4
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Sa, 28.05.16, 20:19

Das stimmt schon - dennoch ist es falsch, eine KSQ als "Trafo" zu bezeichnen, weil es zu Verwirrung führt - ein Trafo ist halt der Klotz den viele vor ihren Halogen-Hängelampen haben und wie du weißt, ist es durch die Mindestlast relativ schwer, mit sowas LEDs zu betreiben - daher diese Aussage.
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